Wenn der Vater in Haft ist: Neue Mutter-Kind-Kur stärkt Familien

26.06.26, 13:05
Carsten Preis
2026-06-29 PM Müttergenesung_kl (c) Oliver Barth

Köln/Rhein-Erft–Kreis – Die Inhaftierung eines Elternteils stellt Familien vor große Herausforderungen. Mit der neuen Mutter-Kind-Kur „Halt geben – Halt finden“ unterstützt die Katholische Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung Köln gezielt Mütter und Kinder, deren Alltag durch die Inhaftierung eines Vaters belastet ist. 

Mütter stehen in dieser Situation häufig vor emotionalen, finanziellen und organisatorischen Belastungen, während Kinder unter Verunsicherung, Schamgefühlen und dem Verlust vertrauter Strukturen leiden. Um betroffene Familien zu unterstützen, bietet die KAG Müttergenesung Köln in Kooperation mit dem Ministerium für Justiz in NRW die dreiwöchige Mutter-Kind-Kur „Halt geben – Halt finden“ in Winterberg an. Realisiert wird das Projekt durch eine Kooperation der Caritasverbände für das Erzbistum Köln, dem Caritasverband Euskirchen, der Caritas Rhein-Erft sowie der JVA Euskirchen. Die Caritas Rhein-Erft übernimmt die Online-Beratung zum neuen Kurangebot (www.caritas-rhein-erft.de, Suchbegriff „Online-Kurberatung“).

„Die Haft eines Partners bringt viele Mütter an ihre Belastungsgrenze. Sie fühlen sich häufig allein gelassen und stehen unter enormem Druck“, sagt Ingrid Kahlke-Effenberger von der KAG Müttergenesung Köln. „Mit der Kur möchten wir Frauen und Kindern einen geschützten Raum bieten, in dem sie neue Kraft schöpfen und Perspektiven für ihren Familienalltag entwickeln können.“ 

Die Teilnehmerinnen erwartet ein Programm aus Beratungsgesprächen, Workshops, Gruppenangeboten und Erholungszeiten. Themen wie Stressbewältigung, Familienorganisation, der Umgang mit Schuld- und Schamgefühlen sowie die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung stehen dabei im Mittelpunkt. 

Spezielle Unterstützungsangebote für Familien von Inhaftierten sind bislang selten – dabei ist der Bedarf groß: In Nordrhein-Westfalen sind durchschnittlich 14.100 Personen inhaftiert. Es gibt keine offizielle Statistik dazu, wie viele davon Familienväter sind, Schätzungen gehen aber davon aus, dass ein Drittel der Inhaftierten minderjährige Kinder hat. 

Das Projekt „Halt geben – Halt finden“ nimmt Bewerbungen von Interessierten ab 1. Juli. Der Ehe- und Familienfonds des Erzbistums Köln finanziert das Projekt. Die KAG Müttergenesung Köln begleitet Interessierte zudem bei der Antragstellung und Vorbereitung der Kur. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

 

Mehr Informationen unter: 

https://www.muettergenesung-koeln.de/haltgeben-haltfinden/ 

Kontakt zur Caritas-Expertin:

Ingrid Kahlke-Effenberger 

Bereichsleitung /

Geschäftsleitung KAG-Müttergenesung 

Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. 

Telefon +49 221 2010 270 I Mobil +49 151 702 434 80 

ingrid.kahlke-effenberger@caritasnet.de 

 

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Der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.700 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.

 

Bildunterzeile: 

Das Team hinter der Mutter-Kind-Kur „Halt geben – Halt finden“. 

Foto: Oliver Barth

  

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