Frechen – Wenn Marcel Wolter an die Anfänge des Caritas Ambulanten Dienstes Frechen zurückdenkt, muss er noch heute schmunzeln: „Grüner Linoleumboden, rosa Wände – da wussten wir, vor dem Einzug gibt es noch viel zu tun“, erinnerte sich der Leiter des Dienstes bei der Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen vor Ort. Im Jahr 2001 startete die Caritas Rhein-Erft mit ihm als Leitung die damals noch als Sozialstation bezeichnete Einrichtung. Was heute ein etablierter ambulanter Pflegedienst mit 38 Mitarbeitenden und rund 285 Klientinnen und Klienten ist, begann mit einem sechsköpfigen Team, 45 Klientinnen und Klienten – und einer gehörigen Portion Improvisation.
Denn das Mobiliar kam später als die Eröffnung. In den ersten Tagen stammten Stühle und Tische behelfsweise von Angehörigen der betreuten Menschen. Auch die technische Ausstattung war überschaubar. „Wir hatten einen 486er-PC mit Monochrombildschirm und einen Nadeldrucker, das reichte“, erinnert sich Marcel Wolter. Der Dienst war zudem das erste Ladenlokal für ambulante Dienste der Caritas im Kreis. Mitten in der Frechener Innenstadt, an der Hauptstraße 124–126 gelegen, machte sich die Einrichtung schnell bemerkbar.
„Der Standort ist ein Glücksgriff: Halb Frechen läuft täglich an uns vorbei. Die Leute haben früh gemerkt: Die Caritas ist da“, so Marcel Wolter. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass das Angebot dringend gebraucht wurde. Die Zahl der betreuten Menschen stieg, das Team wuchs kontinuierlich. Aus den Anfängen entwickelte sich ein fester Bestandteil der ambulanten Versorgung in Frechen. Wie viele Menschen sein Team inzwischen gepflegt hat, kann Wolter nur schätzen: „Das müssen mehrere Tausend gewesen sein.“
Verändert hat sich während dieser Zeit viel. An das erste Diensthandy erinnert er sich bis heute gerne: „Das waren richtige Briketts mit Ausziehantenne. Die waren so schwer, das trieb unsere Benzinkosten in die Höhe“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Aber wir waren stolz darauf, weil wir plötzlich viel besser erreichbar waren.“ Heute erleichtern eine digitalisierte Dokumentation und der Einsatz künstlicher Intelligenz viele Abläufe. „Das bringt uns teils immense Arbeitserleichterungen“, so Wolter und ergänzt: „Wie schnell sich das alles entwickelt, hätte ich mir vor zehn Jahren nicht vorstellen können.“
Trotz aller Veränderungen stehen für ihn und sein Team die Menschen in Frechen im Mittelpunkt. „Das Verhältnis ist auf beiden Seiten herzlich, dankbar und sehr wertschätzend.“ Vielleicht liegt das auch daran, dass Frechen für Marcel Wolter nie nur ein Arbeitsort war. Zeitweise wohnte er selbst in der Stadt, und: „Ich habe hier meine bessere Hälfte kennengelernt“, verrät der Erftstädter mit einem Schmunzeln.
Die enge Verbindung zu Frechen betonte auch Dr. Petra Rixgens, Vorstandsvorsitzende der Caritas Rhein-Erft, bei der Jubiläumsfeier: „25 Jahre Ambulante Dienste Frechen stehen für Verlässlichkeit, Menschlichkeit und Beständigkeit. Dass viele Menschen den Dienst und seine Mitarbeitenden seit Jahrzehnten kennen und schätzen, zeigt, wie eng die Einrichtung mit Frechen verbunden ist. Darauf können sie alle stolz sein.“
An Ruhestand denkt der langjährige Leiter noch lange nicht. Sein nächstes Ziel hat Marcel Wolter bereits klar vor Augen: „Den 30. Geburtstag der Einrichtung möchte ich schon noch begleiten.“
+++++++++++
Der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.700 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.
Bildzeile:
Feierten gemeinsam 25 Jahre Caritas Ambulanter Dienst Frechen: Leiter Marcel Wolter (Mitte), sein Team, sowie der Vorstand des Verbandes, Dr. Petra Rixgens (links) und Kirsten Hols (rechts) sowie Fachbereichsleiterin Katharina Düvel (4.v.r.).
Foto: Carsten Preis / Abdruck honorarfrei