Fachstelle macht Angebot bei sexualisierter Gewalt sichtbarer

16.06.26, 18:11
Carsten Preis
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Erftstadt – Seit Jahren steigen die Anfragen bei Beratungsangeboten zum Thema sexualisierte Gewalt. Darauf weisen bundesweite Projekte wie das Hilfe-Telefon sexueller Missbrauch der unabhängigen Bundesbeauftragten hin. In Erftstadt gibt es mit der Fachstelle Kinderschutz bei sexualisierter Gewalt (KisG) seit 2022 ein entsprechendes Angebot der Stadt Erftstadt und der Caritas Rhein-Erft. Jetzt stellt die Fachstelle und die Stadt Erftstadt neue Informationsflyer und eine neue Homepage vor. Ziel: Das Beratungsangebot noch sichtbarer und einfacher zugänglich zu machen.

Im Rhein-Erft-Kreis wurden im vergangenen Jahr 546 Fälle als Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung zur Anzeige gebracht. „Wir gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus, weil Taten zwischen Kindern und Jugendlichen häufig nicht angezeigt werden“, berichtet Thomas Pieger, Caritas-Mitarbeiter der Fachstelle. Das Team der Fachstelle verweist auf steigende Zahlen im Rhein-Erft-Kreis. Lag im Startjahr die Fallzahl noch bei 9 ist sie im Jahr 2025 auf 31 gestiegen. „Das belegt, wie wichtig dieses Angebot und ein möglichst niederschwelliger Zugang dazu vor Ort ist“, ergänzt Regina Mussi – ebenfalls Mitarbeiterin der Fachstelle.

Mit den neuen Flyern „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt“ und „Ich sag Nein“ sowie der neuen Homepage ggsg.caritas-rhein-erft.de bündelt die Fachstelle ihre Informationen verständlich und ausführlich. Vor allem Jugendlichen soll es erleichtert werden, kompetente Hilfe und klare Informationen zu finden.

Das Beratungsteam unterstützt aber nicht nur Kinder und Jugendliche, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Es bietet auch jungen Menschen Hilfe, die selbst grenzverletzendes oder übergriffiges Verhalten gezeigt haben. Dieser präventive Ansatz ist in der Region bislang selten. Ziel ist es, frühzeitig zu intervenieren und weitere Übergriffe zu verhindern.

“Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist eine zentrale Steuerungsaufgabe der Kommune“, betont Jessica Lehmann, Fachstelle Kinderschutz, der Stadt Erftstadt. „Als örtlicher Träger der öffentlichen Jugendhilfe trägt die Stadt die verbindliche Gesamtverantwortung für wirksame Strukturen im Kinderschutz, die durch diese Kooperation nachhaltig gestärkt werden.”

Die Beratung ist dabei freiwillig, vertraulich und wohnortnah. KisG bietet Information, Prävention, Intervention und Krisenmanagement. Eltern, Fachkräfte und Bezugspersonen erhalten ebenfalls Unterstützung. Hemmschwellen sollen abgebaut und schnelle Hilfe vor Ort ermöglicht werden.

KisG arbeitet eng mit Fachstellen im Rhein-Erft-Kreis und darüber hinaus zusammen. Bei Bedarf vermittelt die Fachstelle an spezialisierte Einrichtungen sowie Therapeutinnen und Therapeuten weiter. Sie versteht sich als Anlaufstelle und Lotse im Hilfesystem. Weitere Informationen unter: ggsg.caritas-rhein-erft.de.

 

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Der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.700 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.

 

Bildzeile:

Neue Webseite, neues Informationsmaterial: Regina Mussi (links), und Thomas Pieger von der Caritas-Erziehungs- und Familienberatungsstelle Erftstadt und Jessica Lehmann, Fachstelle Kinderschutz der Stadt Erftstadt, wollen das Angebot „Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt“ noch niedrigschwelliger machen.

Foto: Carsten Preis / Abdruck honorarfrei

 

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