Engagement nach dem Beruf: Sinn finden. Wertschätzung spüren.

12.06.26, 11:23
Carsten Preis
Angebot für Eltern in Trennung (c) Carsten Preis

Rhein-Erft-Kreis – „Ich engagiere mich, weil ich für mich etwas Gutes tun will“, sagt Klaus Lößl. Der 64‑jährige Ehrenamtler unterstützt den Sozialen Dienst im Caritas‑Seniorenzentrum Pulheim. Nach einem Einsatz als Bundesfreiwilligendienstler nach seinem Ausscheiden aus dem Beruf, engagiert er sich bereits seit zwei Jahren als Ehrenamtler im Haus. Sein Weg steht exemplarisch für das, was das Programm Bundesfreiwilligendienst für Menschen über 27 heute ermöglicht: sich einzubringen, gebraucht zu werden und neue Perspektiven zu gewinnen. Bei der Caritas Rhein-Erft stehen dafür unterschiedliche Betätigungsfelder in vielen Kommunen im Kreisgebiet offen.

Nach langen Jahren Arbeit bei einem Telefondienstleister suchte Klaus Lößl zunächst nach einer sinnvollen Aufgabe und einer neuen Struktur im Alltag. Nach einer kurzen Orientierung und dank persönlicher Kontakte kam er schließlich zum Seniorenzentrum. „Wir schauen uns an, welche Ressourcen, welche Interessen ein Interessierter mitbringt und überlegen dann gemeinsam, wo ein Einsatz sinnvoll ist“, erläutert Agnieszka Korcz, Leiterin des Sozialen Dienstes im Seniorenzentrum Pulheim die Abläufe. Neben der Unterstützung im Sozialen Dienst kann auch ein Engagement in der Haustechnik, in der Küche oder der Pflege vereinbart werden. 

Was viele dabei erleben, zeigt sich oft erst im Tun: Aufgaben, die nicht überfordern – aber spürbar etwas bewirken. Und Begegnungen, die etwas zurückgeben. Der Bundesfreiwilligendienst für Menschen über 27 Jahren bietet dafür den passenden Rahmen – Taschengeld und Mobilitätszuschlag inklusive.

Im Seniorenzentrum Pulheim wird dieser Einsatz bewusst begleitet. „Klar macht so eine Einarbeitung am Anfang Arbeit, die Zeit muss man sich nehmen – es geht um das Zwischenmenschliche“, sagt Agnieszka Korcz. Gerade die Freiwilligen, die ihr Berufsleben bereits abgeschlossen haben, bringen dabei viel ein: „Ganz viel Lebenserfahrung – das ist eine große Bereicherung für unser Team und für die Bewohnerinnen und Bewohner.“ Die Leiterin des Sozialen Dienstes sieht das Engagement als ein Geben und Nehmen: „Die Freiwilligen erleben hier aber auch viel Wertschätzung – manchmal ausgelöst durch ganz kleine Dinge. Für viele sind das prägende Erlebnisse.“

Der BFD ü 27 kann im Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis in Voll- oder Teilzeit geleistet werden und dauert in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Wer sich ein eigenes Bild machen möchte, hat dazu bald Gelegenheit: Am Montag, 22. Juni 2026, 10 bis 11 Uhr, erfahren Interessierte alles Wissenswerte bei einer digitalen Informationsveranstaltung. Anmelden kann man sich bei der Gemeindecaritas der Caritas Rhein-Erft unter der Mailadresse: stelzmann@caritas-rhein-erft.de.

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Der Caritasverband für den Rhein-Erft-Kreis e. V. ist Träger von rund 70 Diensten und Einrichtungen rund um ambulante und stationäre Pflege, Familien-, Kinder- und Jugendhilfe sowie Beratungsdienste. Neun Seniorenzentren betreibt der Verband im Kreisgebiet. Mit über 1.700 Mitarbeitenden gehört er zu den größten Arbeitgebern im Rhein-Erft-Kreis. Hinzu kommen rund 1.000 Ehrenamtler. Damit ist der Caritasverband zugleich der größte Wohlfahrtsverband im Rhein-Erft-Kreis.

 

Bildzeile:

Kümmern sich um die sozialen Angebote im Caritas Seniorenzentrum Pulheim und freuen sich auf neue Freiwillige mit Lebenserfahrung: Agnieszka Korcz, Leitung Sozialer Dienst, und Klaus Lößl, Ehrenamtler.

Foto: Carsten Preis / Abdruck honorarfrei

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